Jazz we can

Alles, was die junge deutsche Jazzszene an neuen Sounds zu bieten hat, von Modern bis Techno-Jazz, von Piano- Power bis zu Sensations-Stimmen. Solo, im Duo oder im Trio. In der intimen, entspannten Atmosphäre eines Living Rooms.
Bei freiem Eintritt.
Einmal im Monat im Living Hotel Frankfurt.
Oliver

Oliver Hochkeppel

Kulturjournalist bei Süddeutsche Zeitung und Kurator bei „JAZZ? WE CAN!“

Samstag, 20.10.2018, Beginn 20:00 // Incredible Jazzband – Event auf Facebook

Mittwoch, 14.11.2018, Beginn 20:00 // Swing & Bossanova – Event auf Facebook

Freitag, 14.12.2018, Beginn 20:00 // Swing & Bossanova – Event auf Facebook

Dienstag, 11.02.2019, Beginn 20:00 // Jazzmusic – Event auf Facebook

Montag, 19.03.2019, Beginn 20:00 // Incredible Jazzband – Event auf Facebook

Donnerstag, 11.04.2019, Beginn 20:00 // Jazzmusic – Event auf Facebook

Diese Künstler erwarten Sie

Er sei eigentlich einfach ein „Musikant“, sagt der Allgäuer Blechbläser (und das beinhaltet alles von der Trompete bis zu Euphonium und Alphorn) Mathias Schriefl gerne von sich. Jedenfalls ist der Jazz, unter dem er meist verortet wird, tatsächlich nur eine Facette seines überbordenden Spiels mit allen denkbaren Stilen, Genres und klanglichen Möglichkeiten.

Als bei einem Auftritt mal kein Platz für Klavier und Schlagzeug war, probierten es der Bassist Sven Faller und die Sängerin Stefanie Bolz einfach ohne: Der Reiz der Reduktion eines der ungewöhnlichsten Duette der Szene, für das man den nicht minder extravaganten Namen Le Bang Bang fand.

Auf drei Alben ist bereits dokumentiert, wie sich Faller – seinen Bass mal gezupft, mal gestrichen, mal perkussiv, mal elektronisch verfremdet einsetzend – und die souverän von lyrischer bis lasziver Intonation changierende Bolz quer durch die Musikgeschichte werkeln. Kurz und knackig werden Jazz-Standards ebenso dem eigenen Sound unterworfen wie Rock („Owner Of A Lonely Heart“), Filmmusik oder gar Deutsch-Pop („Junimond“). Spaß aber macht’s immer, ihnen wie dem Publikum.

Soul-Jazz a la David Sanborn vom Feinsten.

Max Merseny, Echo nominierter Jazz-Saxophonist und auf den Bühnen der Welt zu Hause: seine Mischung aus nicht zu smoothem Jazz, Funk, R&B, Soul und Hip Hop klingt sowohl nach Vergangenheit als auch nach hipper Gegenwart.

Ferdinand Kirner, Absolvent der „Hochschule für Musik und Theater München“, ist Maxs Freund und seit Jahren einer der gefragtesten Gitarristen weit über die Landeshauptstadt hinaus. Er spielt mit Max Herre, Jan Delay, Joy Denalane und in der Band der Casting Show „The Voice of Germany“.

Die mit kraftvoller und bluesiger Stimme singende 28-jährige Johanna Schneider, die mit „Pridetime“ und ihrer Band auch schon eine CD veröffentlichte, hat mit den leicht verwechselbaren jungen Damen aus der leichtgewichtigen Pop- und Songwriter-Szene angenehmerweise so gar nichts gemein. Stattdessen beruft sie sich mit unter anderem Dinah Washington oder Abbey Lincoln als Vorbilder auf das Erbe der großen alten Jazz-Sängerinnen. Zudem gehört sie schon jetzt zu den wenigen kreativen Scat-Sängerinnen mit einer eigenen Klangsprache. Zwei junge Künstlerinnen, die kaum unterschiedlicher sein könnten und doch ähnliche musikalische Einflüsse und Vorlieben haben. Beide hatten noch das Glück, Unterricht vom jüngst verstorbenen Großmeister John Taylor zu erhalten, und beide spielten sie in Bands mit dem einzigartigen Ack van Rooyen. So erfrischend wie die Musikerinnen selbst, ist auch ihre Sammlung aus mal mehr und mal weniger bekannten Frühlingsliedern, die ausdrucksstark interpretiert wurden.

TechnoJazz von den aktuellen Siegern des BMW Welt Jazz Awards – „Weswegen es nur folgerichtig ist, den Preis heuer dem Münchner Trio LBT zukommen zu lassen, dessen jazzmusikalischer Ausflug in die hier rein akustisch generierte Klangwelt des Techno zugleich auch beispielhaft scheint für einen aktuell in München gelebten neuen Jazz-Begriff.   Einer, der etwa neue Bigband-Sounds mit Hip-Hop verbindet, oder der – wie hier – den Clubsound eines Harry Klein, so der Name des Münchner Clubs, in dem LBT übrigens auch kommenden Samstag spielen, mit jenem Kammerjazz auf Konzertflügel, Kontrabass und Schlagzeug paart, mit dem das Trio vor drei Jahren seine Zusammenarbeit startete. Inspiriert wurde es dazu von der Münchner Hochschule für Musik, deren Absolventen aktuell überraschend häufig mit eigenwilligen innovativen Projekten auffallen.

Mit 35 gehört man als Jazzmusiker heutzutage nicht mehr zur jungen Generation. Da hat man üblicherweise neben einer gründlichen Ausbildung auch schon reichlich Band- und Tour-Erfahrung hinter sich. Nicht anders sieht es beim Regensburger Gitarristen AndreasDombert aus. Von der Klassik kommend, studierte er an der Musikhochschule Nürnberg-Augsburg bei Helmut Kagerer und Paolo Morello, rundete das mit einem New-York-Aufenthalt und der Mitgliedschaft im Bundesjugend Jazzorchester ab und verdiente sich als Sideman etwa bei Panzerballett die ersten Sporen. Seither hat er sich im klassischen Gitarrenjazz mit der Night of Jazz Guitars an der Seite wechselnder Weltstars, im Jazzrock mit seinen zwei grandiosenUrban-Jazz-Alben und im intimen „Duo“-Projekt mit Chris Gall das Attribut erarbeitet, „die Jazzgitarre der Zukunft zu spielen“. Jetzt ist sein erstes Trio-Projekt fertig, und der Titel „35“ deutet schon den Charakter einer Zwischenbilanz an. Eingebettet in suite-artige, oft von seinen kongenialen Begleitern Henning Sieverts am Bass und Jochen Rückert am Schlagzeug gestalteten Überleitungen ist es sein bislang vielschichtigstes und reifstes Album. Ein bis ins Detail durchdachtes kreatives Kaleidoskop, das live mindestens so viel Spaß machen dürfte wie beim CD-Hören.